Seit mehreren Jahren reist eine stetig wachsende Fangemeinde von Hamburger Aikidoka (dieses Jahr waren wir zu acht, davon zwei Novizen) auf den Landeslehrgang Baden-Württemberg, um die eigenen Künste und Fertigkeiten unter Anleitung von Martin Glutsch, 7. Dan zu erweitern.
50 Teilnehmende, darunter viele bekannte Gesichter, ließen den Lehrgang zu einem fröhlichen, freundlichen, lustigen und lehrreichen Ereignis werden. Die Organisation war wieder bestens, die Spiele- und Klönschnack-Abende legendär (Do-de-li-do, Heckmeck & Just One), der Aufstieg auf das Herzogenhorn mühsam, der Ausblick überwältigend.
Täglich 2 x 2 Trainingsstunden vergingen wie im Flug. Martin überraschte uns mit einem bunten Programm aus Fass- und Schlagangriffen. Die ersten Tage beschäftigen wir uns intensiv mit der Kunst des Lockerbleibens. Uns Nordlichtern kann man ja eigentlich nicht nachsagen, dass wir vom Grundtyp verspannt sind, aber Martin belehrte uns eines Besseren. Die hohe Kunst, Kontakt zum Zentrum des Uke aufzunehmen und über eigene minimale Zentrumsverschiebung die Energie umzuleiten, werden wir wohl noch in zahlreichen Trainingsstunden erarbeiten müssen.
Eine besondere Überraschung für Martin hatten sich die Böblinger ausgedacht: nach wochenlanger Vorarbeit wurden T-Shirts mit häufig genannten Zitaten von Martin bedruckt und über 30 Stück bestellt. Beim Angrüßen schlüpften wir heimlich in die Shirts, und als Martin sich umdrehte, konnte man in seinem Gesicht die Emotionen rasen sehen: von Irritation über Erkennen bis hin zu Überraschung und Fassungslosigkeit; Eingeweihte meinten auch, so etwas wie Rührung gesehen zu haben. Im Laufe der Woche gab es dann immer wieder sehr lustige Momente, z.B., wenn Martin in einer Erläuterung sich selbst zitierte, oder wir uns außerhalb des Trainings in den Shirts begegneten und die Zitate auf Alltagshandlungen übertragen. Kulinarisch wurden wir nach schwäbischer Art verwöhnt: Neben Käsespätzle, Schupfnudeln, Kartoffelsalat OHNE Mayonnaise und „Herrgottb`scheißerle“ (Maultaschen) war unser aller Highlight der Kaiserschmarrn. Wir waren so verfressen, dass die Küche mehrfach nachproduzieren musste und wir am Ende mit den Worten „Jetzt ist Schluss!“ aus dem Speisesaal verjagt wurden. Am Mittwoch gab es „nur“ ein Vormittagstraining, denn am Nachmittag standen Dan-Prüfungen an. Alle drei Prüflinge waren erfolgreich: Herzlichen Glückwunsch! Wir nutzten den trainingsfreien Nachmittag, um im Tal ein köstliches Stück (Schwarzwälder Kirsch-) Torte zu verzehren.
Bis auf die üblichen Blessuren (Knie-/ Schulter-/ Rücken-Aua und ein bisschen Schnööf) wären wir beinahe verletzungsfrei geblieben. Beinahe: Denn in der letzten Trainingseinheit wollte der Jo lieber an die eigene Stirn und so hat das Herzogenhorn einen bleibenden Eindruck/ ein Horn auf der Stirn eines Teilnehmers hinterlassen. Gute Besserung!
Am Ende bleibt zu sagen: Was für eine schöne Woche! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen 2026, die Vorreservierung haben wir schon abgegeben (danke Uli, dass du uns das ermöglichst) und SELBSTVERSTÄNDLICH werden wir wieder die Ersten sein, die sich anmelden. Ein besonderes Dankeschön an meine Hamburger Mädels und Jungs: Ohne euch ist alles doof - selbst Aikido.
Beenden möchte ich diesen Artikel mit dem Zitat, welches auf Martins Shirt steht: „Grad mach e`s Maul zu“
Autor/in: K.J.
Fotos: K.J.