Spiel mit dem Gleichgewicht

Ein Bericht zum Lehrgang mit Pascal Richtarski (2. Dan) und Andreas Kalbitz (3. Dan)

Was Kaugummi mit dem Kokyo-nage zu tun hatte, sollten wir am 29.04.2017 erfahren. An diesem Tag stand der erste von drei Jugendlehrgängen des AVHH in diesem Jahr an. Pascal und Andreas hatten vor, uns das Spiel mit dem Gleichgewicht näher zu bringen. 13 Kinder und Jugendliche hatten sich in der Halle der HTBU eingefunden und standen voller Erwartung auf das Bevorstehende.

Nach den üblichen Spielchen zum Aufwärmen, wie Kettenticken, Drachenkopf und Rollenmerkball ging es zu einer ersten Rollübung, bei der ein bisschen Vertrauen gefragt war. Die Hände eines Kindes werden festgehalten und es lehnt sich zurück. Nun wird durch das Loslassen der Hände eine Rolle provoziert. Bei gleichzeitigem Loslassen der Hände entsteht eine Rückwärtsrolle und beim nacheinander Loslassen eine Vorwärtsrolle.

In welche Richtung das Zentrum aus dem Gleichgewicht gebracht werden könnte, erforschten wir dann, indem wir die Hüfte unseres Partners so zu kippen versuchten, dass er fallen musste. Anhand verschiedenster Techniken zeigten Andreas und Pascal uns, in welche Richtungen unser Uke sich stabilisieren kann bzw. stabil steht und bei welchen Bewegungen er sich nicht mehr auf den Beinen halten kann. Die Techniken waren für viele der Kinder neu und so konnten sie sich gut am Gleichgewicht ausprobieren, ohne auf die technische Perfektion zu achten. Denn darum ging es bei diesem Lehrgang nicht, sondern um das Spiel mit dem Gleichgewicht.

Andreas und Pascal haben die Techniken sehr gut verbildlicht und somit verständlicher gemacht. Bei Pascal wird dann beispielsweise einfach mal das Kaugummi beim Uke unter dem Arm geklebt um es später weiter zu essen und gut am Arm des Uke dran zu bleiben oder bei Andreas aus dem Kokyu-nage eine Technik, in der wir einen ganzen Eimer Cola trinken wollen, es uns aber doch zu viel ist und wir den Eimer ausschütten. Nach einer kleinen Trinkpause ging es dann weiter mit Springseilspringen zu zweit und Spielen, damit wir wieder richtig warm werden.

Anschließend probierten wir uns wieder am Gleichgewicht des Uke aus. Diesmal aber von anderen Positionen. Gyaku-hanmi gegriffen suchten wir mit unserer freien Hand über die Schulter den instabilen Punkt oder Katate-ryote-tori gegriffen und der Schwachpunkt sollte hinter den Füßen des Uke liegen. Um nochmal unsere Erkenntnisse des Tages auszuprobieren, stellten wir uns auf allen vieren unserem Partner gegenüber und versuchten uns nun gegenseitig aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Als guten Abschluss spielten wir dann noch das immer beliebte Spiel Eisbär und Pinguine, wo es in gewisser Weise auch um das Brechen des Gleichgewichts geht. Nach 3 Stunden waren die Trainingseinheiten dann vorbei, aber der Lehrgang noch nicht. Man sieht selten so motivierte Kinder beim Mattenabbau, wie bei unseren Jugendlehrgängen, denn im Anschluss gab es für jeden seine wohlverdiente Pizza.

Ich kann sagen das mir dieser Lehrgang sehr viel Spaß gemacht hat. Es ist erstaunlich, was man von Lehrgängen mitnehmen kann, auch wenn einer der Trainer der eigene Trainer ist. Beide haben eine sehr verständliche Art Dinge zu vermitteln, was sie für mich vor allem als Kinder- und Jugendtrainer sehr qualifiziert. Zudem sind es beide sehr sympathische und offene Menschen, mit denen man gerne einen Lehrgangstag verbringt. Einen Lehrgang mit Andreas und Pascal und auch in einzelner Besetzung würde ich jederzeit wieder besuchen.


Autor/in: Madeleine Schulze
Fotos: Christina Sivetidis