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Mit dem Partner spielen | ||||||||||||||||
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Die Kaltenkirchener Turnerschaft lud zum Aikido-Lehrgang mit Martin Glutsch (5. Dan Aikido) ein und wir kamen in den Genuss von drei Trainingseinheiten AI - KI - DO im wahrsten Sinne jeder einzelnen Silbe. Ein großes Lob an die Organisatoren möchte ich vorwegschicken, denn es war sicher recht aufwendig, diese Menge an Matten aus verschienden Vereinen zu organisieren. Über das liebevoll vorbereitete Buffet mit Kuchen, Obst und Getränken haben sich alle Teilnehmer gern her gemacht und das Essen am Abend des ersten Lehrgangstages beim Griechen war sicher ebenfalls ein Höhepunkt der Veranstaltung. HarmonieSo mancher wird sich noch daran erinnern, wie er seine ersten eigenen Beobachtungen im Aikido machte. Während man die Bewegungsabläufe von Shiho-nage und Ude-Osae verinnerlicht, kopiert man die Gestik des Meisters, soweit sie einem natürlich und nicht zu theatralisch vorkommt. Handhaltung am Anfang und am Ende einer Technik unterscheiden sich. Auch das beginnt man irgendwann zu kopieren. Weiß man aber welchen Einfluss die Handhaltung auf den Erfolg einer Technik hat, wendet man sie bewusst an. Martin lenkte unser Augenmerk darauf, den Kontakt zum Partner aufrecht zu erhalten, sobald er erst einmal hergestellt ist. Am Beispiel des Ausweichens auf einen Katate-tori-Angriff wurde sehr schnell deutlich, wie wichtig es ist die gegriffene Hand so zu bewegen, dass man dem Partner nicht entgleitet. Nach kurzer "Erfahrungsphase", in der er einen Überblick über Schwierigkeiten der Lehrgangsteilnehmer gewann und die Teilnehmer den Bewegungsablauf ausprobiert hatten, unterbrach Martin und gab nun genauere Erklärungen zu Handhaltung, Kraftfluss und Kontakt. Jedem Teilnehmer wurde deutlich gemacht, wie wichtig die Handhaltung für Führung und Kontrolle des Partners ist. Nach dieser "Erfahrungsphase" und den Vorführungen zum Verständnis der Details hatte ich das Gefühl, dass sowohl bei mir als auch bei meinen Partnern die Techniken im Fluss blieben und harmonischer abliefen. Selbst das Uke-Verhalten wurde thematisiert. Ein guter Griff am Handgelenk ähnelt dem Griff am Bokken und ermöglicht eine gute Übertragung des Kraftflusses. Die Grundlagen des Aikiken in der zweiten Trainingseinheit projiziert auf die waffenlosen Techniken machten diesen Aspekt deutlich. Geistige KraftStets die Übersicht behalten, bewusst im Gleichgewicht sein, den Partner kontrollieren und sich dabei selbst nicht unkontrolliert bewegen. Diese Grundsätze mit Leben zu füllen verstand Martin meisterhaft ohne vom "großen Mysterium" Ki zu reden. Die Aikiken-Einheit half den Teilnehmern, sich auf den Partner zu fokussieren und die eigene Atmung bewusst auf den Bewegungsablauf abzustimmen, Es war interessant zu hören, wie sich immer mehr Teilnehmer zu einem deutlichen Kiai ermutigt fühlten. Atemkontrolle in der Bewegung wurde auch zu Beginn der Trainingseinheit am Sonntag thematisiert. Die ebenfalls am Sonntag durchzuführenden Gleichgewichtsübungen gaben Gelegenheit, mit dem eigenen Gleichgewicht und dem des Partners zu spielen. Einmal ganz bewusst die Füße so auf eine Linie zu stellen, dass sie sich berühren und dann noch den Partner aus dem Gleichgewicht bringen zu wollen, war eine Herausforderung, die klar machte, wie wichtig eine stabile Position, ein abgesenktes Zentrum und kontrollierte Armbewegungen sind. Auf dem WegDen Abschluss des Lehrgangs bildete das "Spiel mit dem Partner". Ushiro-ryote-tori war Ukes Auftrag. Tori sollte nun aber nicht sofort die zweite Hand darbieten, sondern Uke weiterführen, bis er selbst bestimmte, wann Uke die zweite Hand greifen sollte, die Bewegung umleiten und das ganze je nach Belieben fortführen, bis Uke wieder in einer günstigen Position für die Ausführung einer Technik stand. Hier vereinigte jeder das Gelernte vom "Kontakt halten" über "Führung des Partners", "sichere Position", "fließende Bewegungen", "richtige Handhaltung" bis hin zur "richtigen Atmung" und stellte plötzlich fest, dass es verschiedene Möglichkeiten für den Abschluss der Technik gab. Mir kam bei diesem "Spiel" unwillkürlich der Gedanke, dass Uke mit Tori ein Stück des Weges geht, den Tori bestimmt. Resumee:Die Teilnehmer aus meinem Verein haben mir gegenüber geäußert, was ich selbst für mich festgestellt hatte. Der Lehrgang hat Spaß gemacht. Wir haben viel gelernt, auf das wir künftig achten werden. Martin Glutsch ist eine echte Empfehlung. Wir würden uns freuen, wenn er wieder einmal in der Nähe einen Lehrgang gibt, der offen für alle Kyu-Grade ist. Bei der Kaltenkirchener Turnerschaft möchten wir uns für das tolle Erlebnis bedanken. Es war eine grandioser Lehrgang.
[1] Bericht von Rolf Steenbock (Kaltenkirchener Turnerschaft) auf avsh.de |
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