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Als ich den Jugendlehrgang in Wedel organisierte, war das Thema schnell gefunden - Randori.
Der Vorteil dieses Themas ist der Wechsel zwischen Vertiefung einiger gut geeigneter Grundtechniken, der Verbesserung der Ukemi und der zügigen Ausführung der Techniken auf vorgegebene Angriffe. So hatte ich mir das vorgestellt. Es dauerte ein wenig, bis ich alle Lehrer gefunden hatte, die sich diesem Thema widmen würden. Mit Joachim Eiselen (3. Dan), Bernd Klusmeier (3. Dan) setzte ich auf zwei sehr erfahrene Lehrer, die bei mir schon bei früheren Begegnungen einen hervorrangenden Eindruck hinterlassen hatten. Schließlich konnte ich auch auf einen Lehrgang im vergangenen Jahr zurückblicken, auf dem sie ca. 20 Kinder und Jugendliche begeistern konnten. Mit Rolf Steenbock (1. Dan) und Silvia Antunovic (1. Dan) erklärten sich zwei Trainer zur Übernahme der zwei weiteren Trainingszeiten bereit, die Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen auf vorangegangenen Lehrgängen bewiesen hatten.
Darüber hinaus war sichergestellt, dass Rolf, Anja Schuster (TSV Wedel) und ich auf jeden Fall als Betreuer für die Übernachtung bereit standen.
In der Ausschreibung waren für Samstag 3 Trainingszeiten a 1,5 h und ein Abendprogramm für Sonntag eine Trainingszeit a 1,5 h angekündigt. Die angemeldeten Teilnehmer waren im Alter zwischen 9 und 20 Jahren. Organisatorisch ist solch eine Gruppe ein zusätzliche Herrausforderung für die Lehrer.
Der Samstag rückte näher, ich kam in Wedel an und die ersten Teilnehmer waren bereits in der Halle und ordnungsgemäß aufgenommen worden. Anja hatte alles im Griff und ihre Helfer wussten, was sie tun. Es war schließlich nicht der erste Lehrgang der in Wedel stattfand.
Als Joachim und Bernd auf die Matte traten, fanden sie eine sehr disziplinierte Gruppe von jugendlichen Aikidoka vor, die am Mattenrand auf den Beginn des Lehrganges warteten.
Umsichtig haben die beiden Lehrer schnell erkannt, wo in Vorbereitung auf das Randori noch Nachholbedarf war. Sie haben sich als Grundtechniken neben dem Shiho-nage, und dem Irimi-nage noch einen Kokyo-nage und einen Kote-gaeshi ausgewählt, der trainiert werden sollte. Besonderes Augenmerk legten sie aber nach kurzer Zeit auf die Vertiefung des Sabaki und die Ukemi.
Für die Mittagsverpflegung sorgte die Vereinsgaststätte des TSV Wedel, die auch unter verschärften Bedingungen arbeiten mussten, denn wir waren nicht die einzige Veranstaltung die diesen Termin gewählt hatten.
In der zweiten Einheit wurden die Techniken wiederholt und sollten nun kombiniert auf einen vorgegebenen Angriff ausgeführt werden. Die Gruppe wurde dazu aufgeteilt um die Weiß- und Gelbgurte nicht zu überfordern und mit den Techniken zu versorgen, die sie gut verarbeiten konnten. Die Zeit dieser zweiten Einheit verging so schnell, dass sich alle wunderten dass der Teil mit Joachim und Bernd schon vorbei war. Der Beifall zur Verabschiedung zeigte, dass alle die Leistung der Lehrer schätzten.
Nach einer einstündigen Pause, in der alle den, von den Wedelern bereitgestellten, Kuchen genossen, ging es nun mit den inzwischen angereisten Lehrern Rolf und Silvia weiter.
Es war deutlich zu spüren, dass die dritte Trainingszeit echt an die Kondition ging. Es wurde unruhiger auf der Matte. Aber beide Trainer zeigten ein gutes Händchen für den Umgang mit ihrer Gruppe.
Anja verriet mir während dieser Einheit, dass sie noch eine Überraschung für Sven, einen ihrer Wedeler Schüler geplant hatte. Da ich kurz vorher noch mit ihm Ukemi geübt hatte, war ich gespannt, wie er die Herrausforderung einer Prüfung zum 5. Kyu meistern würde.
Nach weiteren sehr schnell vorangeschrittenen 1,5 h war es Zeit für die Körperhygiene und Abendbrot. Auch hierfür hatte die Vereinsgastronomie sich kreativ gezeigt und tolles Buffet aufgebaut. Hier wurde auch die bestandene Prüfung zum 5. Kyu bekannt gegeben. Direkt nach dem Abendbrot stand ein offizieller Kletter-Trainer zur Verfügung um den interessierten Teilnehmern zu erklären, wie man sich bei der Absicherung und in der Kletterwand verhält. Nebenher auf der Matte ließ ich mich von Alina (TUS Berne) überreden, Rad schlagen zu versuchen. Bei Seraphinas (Alstertal) Ermunterung mal einen Handstand-Überschlag zu machen, musste ich aber passen. Aus dem Stand rückwärts in die Brücke zu fallen, ließ ich auch aus, aber ich war sichtlich beeindruckt, was Seraphina für eine Körperbeherrschung besitzt.
Mit Einbruch der Dunkelheit wurden alle Teilnehmer zur Nachtwanderung versammelt und überraschender Weise erlebten sie vom Elbdeich aus das Feuerwerk, das auf dem Wedeler Marktplatz gezündet wurde, in voller Pracht.
Nächtliche Zwischenfälle blieben aus. Nach dem Frühstück am Sonntag wurde noch einmal eine Power-Einheit Aikido, in der nun alle Trainingsabschnitte auf Randori deuteten, abgehalten, die so manchem Teilnehmer zeigte, was er leisten kann.
Als gegen 12:00 Uhr der Lehrgang zuende ging, mussten die Matten noch geordnet für den Transport verladen und weggeräumt werden, einiges Organisatorische war noch zu klären, und gegen 13:15 Uhr war ich dann auch auf dem Heimweg. In den Gesichtern der Teilnehmer war zu erkennen, dass sie Spaß an diesem Lehrgang hatten. Die Bilder einzelner Personen und Erlebnisse hatte ich während der Heimfahrt vor meinem geistigen Auge und sichtlich entspannt, dass alles so gut abgelaufen war, widmete ich mich voller Elan der Vorbereitung auf den nächsten Arbeitstag.
Bilder vom Lehrgang
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