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Vier halbe Hahn zusammen unterwegs
Am 25.10.08 haben wir uns in Frankfurt in der Landessportschule Hessen eingefunden,
um den Trainer-C-Lehrgang (Teil II) abzuschließen. Zu dem Zeitpunkt hatte jeder von uns den stillen Wunsch, zu bestehen. Aber fangen wir von vorne an:
Im April 2008 war der erste Teil der Theorie Trainer C. Der Inhalt durfte in den Monaten
von Mai bis Oktober 2008 nicht in Vergessenheit geraten. Zwischendrin erreichte uns der
Fragenkatalog von Ulrich, und jeder konnte sich so seine Gedanken machen bzw. den
Fragenkatalog für sich ausarbeiten. Ein Großteil aus der Gruppe vom Teil I hat sich zum
Teil II eingefunden, einige seien hier kurz erwähnt. Die bayrische Kodderschnauze, der
Säulen-Andi, der Schuricken-Sven, der Crischhaaahhn, der Pixel-Christian und zu guter
letzt ich: das TFA-Sekretariat. Martin bot sich als TFA-Präsident an.
Wo es laut war, da waren wir, obwohl den Hamburgern immer nachgesagt wird, wir seien
distanziert und zurückhaltend. Genau umgekehrt war das der Fall, denn wir hatten
unseren Spaß. Die ersten Tage ließen sich etwas träge an, jeder von uns war auf die eine
oder andere Weise mit der Prüfung beschäftigt.
Was kommt dran? Welche Fragen wie beantworten?
Und: habe ich das Richtige gelernt?
Nach der Zimmerverteilung, die Ulrich hervorragend geplant hatte, trafen wir uns nach
dem Abendessen, um den Wochenablauf mit den bevorstehenden Inhalten zu
besprechen. Danach folgte die erste Theorie.
Am ersten Abend fanden sich noch recht viele im Bistro ein, nach und nach wurden es
vermutlich weniger. Ich war meistens zu müde, um lange im Bistro zu sitzen, und zog es
vor, auf unserer Bude zu sein und zu schlafen oder zu lernen. Die Prüfung rückte
beunruhigend näher. Ulrich legte uns immer neue Themen vor, und ich fragte mich, wie
ich das bis zur schriftlichen Prüfung behalten sollte. Es gab eine Reihe Lehreinheiten, die
wir beleuchten bzw. gemeinsam beurteilen durften, und das Lob war reichlich. Wir hatten
ja gelernt, dass mit Lob nicht gespart werden sollte.
Was wirklich nicht lief, war das WLAN,
aber das war zu verschmerzen. Das Essen war ok; wir konnten immer erkennen, was es
sein sollte, und es gab reichlich und machte satt. Lilo Schühmann reiste an und mischte
die Gruppe neu durch. Kinder und Jugendliche bekamen ihr eigenes Programm. Die
Spielrunde von Lilo hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir das gerne öfter gehabt hätten.
Das Spielen tat uns allen gut, wir konnten uns geistig etwas lösen.
Die Erwachsenen-Gruppe durfte sich mit Schadenersatz und Haftung beschäftigen -
was für ein trockenes Thema.
Hier eine Übersicht von Themen die wir auch noch lernen durften: Effizienzhierarchie,
Werdegang des DAB, Prüfung Bewertung, Elemente und Prinzipien, Dojo Etikette,
Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Randori Unterricht, Gründung eines Aikido Vereins,
Kommunikation, Motivation. Die Lehrbriefe, die wir mit auf den Weg bekommen haben
sind zahl- und umfangreich
Da ich mit dem Flugzeug reise, mache ich mir Gedanken wegen Übergepäck. Um dieses
Problem zu vermeiden, verstaue ich Überzähliges im Rucksack im Handgepäck.
Der Tag der Wahrheit rückte näher, Mittwochabend hatten wir alle unser Praxisthema
erhalten mit den noch leeren Zetteln für die Unterrichtsdisposition. Von Ulrich bekamen wir
bereits am ersten Abend einen Lehrbrief , in dem er uns zeigte, wie wir das ausfüllen
sollen. Jeder durfte eine Zahl zwischen 1 und 34 wählen. Mir gefiel 27 gut und mein
Thema war Katate-Tori Kaiten-Nage-Uchi. Super, sagte ich mir, das wird einfach. aber
nachdem ich mit meinem Liebsten telefoniert hatte, war mir klar, dass sich Gefahren darin
verbergen. Was man zu kennen glaubt, könnte sich als schwieriger entpuppen als
gedacht.
Donnerstag um 14:00 Uhr alle waren pünktlich in der Mehrzweckhalle, und sobald die
Fragen vor uns lagen, fing jeder wild an zu schreiben. Ich war so vertieft darin, alles
Gelernte in aller Eile zu Papier zu bringen, dass mittendrin mein Schreiber versagte -
gefolgt von einer mechanischen Schreibblockade. Meine rechte Hand versagte ihren
Dienst. Ausschütteln und weitermachen ging nicht, da mein Schreiber immer noch nicht
funktionierte. Carola schob mir einen neuen Schreiber zu, ich griff sofort danach, und
schrieb munter weiter bis zum nächsten Krampf. 2,5 Stunden später war alles Papier
gefüllt. Ich gab ab und verliess die Halle. Die ersten tauschen sich über ihren schriftlichen
Verlauf aus. Der nächste Prüfer, Martin Glutsch, traf ein. Nach dem Abendessen gingen
wir daran, die Unterrichtsdisposition zu erstellen. Jeder hatte so seine Ideen. Ein paar von
uns wollte die Idee technisch auf den Matten ausprobieren. Wir verbesserten uns
gegenseitig, danach folgte die Reinschrift, die Freitagmorgen abgegeben werden sollte.
Die Prüfer lasen in der Zeit unsere schriftlichen Werke. Carola fand wir können länger
schlafen, also wurden die Wecker später gestellt, Freitagmorgen beim Frühstück hatte
keiner so recht Hunger. Ich war in der Gruppe mit Sven, Christian, Luis und Markus,
worüber ich mich freute, da wir uns alle aus Hamburg kennen. Andreas traf es gleich um
8:00 Uhr., den Armen, und dann auch noch zum Schluss in der Gruppe. Er war sehr
aufgeregt. Um 10:00 Uhr waren wir an der Reihe. Alle waren angespannt und wollten so
schnell wie möglich fertig werden. Ich hab mir selber eine Falle gestellt und verhaspelte
mich.
Natürlich nehmen so was die Prüfer wahr - oh wie schrecklich.
Die Lehrproben endeten schließlich um 21:00 Uhr. Die letzte Gruppe hatte es recht hart
getroffen, denn um 16 Uhr sollte es losgehen, Beginn war dann endlich um 16.45. Um 18
Uhr gab es kurz Abendbrot, dann ging es um 19 Uhr gleich weiter.
Manch eine kämpfte nicht nur auf der Matte, sondern auch mit dem Essen.
Die erste Verperlung wurde anschließend im Bistro weggezischt. Alle wurden etwas
entspannter. Ulrich ließ uns noch mal in der Halle einlaufen und dann gab es die lang
ersehnten Ergebnisse: juchu, keiner ist durch gefallen.
Die Trainer Lizenzen wurden uns nicht geschenkt.!
Nach der Bekanntgabe waren alle gelöst, und die Lizenzen wurden reichlich begossen.
Der Fluss der Verperlung endete um 0.30 Uhr. Ich trollte mich Richtung Bett, der Tag war
lang gewesen. Am morgen danach bekamen wir zum Frühstück manch durchsichtiges
Gesicht zu sehen.
Am 25.10.08 haben wir uns in Frankfurt in der Landessportschule Hessen eingefunden,
Nach dem Mattenabbau löste sich die Gruppe auf, denn alle wollten heim.
Dank an Ulrich, er hatte so perfekt geplant, dass nichts dem Zufall überlassen wurde. Für
uns, die sich nur um Lernen, Trainieren und Essen zu kümmern brauchten, war das eine
sehr große Hilfe. Jeder Teilnehmer nahm ganz persönliche Erfahrungen und Eindrücke mit
nach Hause ins eigene Dojo.
Es war anstrengend und nett.
Tschüss bis zum nächsten BL, die Lizenzen wollen am Leben erhalten werden.
Wir - die ersten mit der Bezeichnung Trainer C Breitensport Aikido.
Agnes Schröder
1.Dan
HTBU
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