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Tenkan und die tragbaren Löcher

ein Jugendlehrgang mit Markus Hansen (4. Dan) und Agnes Schröder (2. Dan)


(von Andreas Kalbitz)
Externe Termine
Landestraining für 5. bis 3. Kyu
  • 19.05.12
  • mit Alfred Haase (3. Dan)
  • in HTBU - Klinikweg 10
  • Kosten: keine
Zentraltraining (ab 2. Kyu)
  • 19.05.12
  • mit Eckhard Claassen (6. Dan)
  • in HTBU - Klinikweg 10
  • Kosten: keine
Aikido-Pfingstlehrgang ab 2. Kyu (3 Tage)
  • 26.05.12
  • mit Pascal Heydacker 5. Dan Aikido, Group Historique Aikido Andre Nocquet
  • in Heidenheim
  • Kosten: lt. Ausschreibung
Bundeslehrgang (2 Tage - ab 1. Kyu); Schwerpunkt: Bewegungsverwandtschaften und Stabtechniken
  • 22.06.12
  • mit Alfred Heymann (7. Dan)
  • in Bietigheim
  • Kosten: lt. Ausschreibung
Bundeswochenlehrgang I (mit Dan-Prüfung) ab 1. Kyu
  • 30.06.12
  • mit Karl Köppel (7. Dan)
  • in DAB/Leistungszentrum Herzogenhorn
  • Kosten: lt. Ausschreibung
Lehrgangsplan 2012

Als Markus das Thema des Lehrgangs für den 30.04.2011 vorschlug, musste ich spontan schmunzeln. "Was hat er sich denn da wieder ausgedacht?", ging es mir durch den Kopf. Nach einigem Grübeln wie man das Umsetzen könnte musste ich passen. Agnes konnte zwar auch sehr kreative Vorschläge machen, aber das war einfach nicht zu überbieten. Wir mussten uns wohl überraschen lassen. Der Schwerpunkt des Themas war ersichtlich, das Drumherum würde sich zeigen. Freitagabend wurden die Matten schon mal komplett ausgelegt, die Getränke in die Halle gebracht, und das Bild von O Sensei aufgestellt.

Als am Samstag ab 9:30 Uhr die ersten Teilnehmer das BSV-Center betraten, fanden sich natürlich wieder viele Bekannte und langjährig auf Jugendlehrgängen zu anzutreffende Aktive ein. Mit einer Altersspanne von 9 bis 21 (Verflixt, wie alt ist Sven eigentlich?) und einer guten Jungen-Mädchen-Verteilung war klar, das würde ein Lehrgang sein, der die Ansprüche Vieler bedienen musste und auch noch Spaß machen sollte.

Letzte Absprachen mit Matthias Janowitz, dem Koch des BSV-Treffs, und schnell wieder nach oben in die Halle. Schließlich wollte ich nichts verpassen. Agnes startete mit den ersten Aufwärmspielen. Wie gut, dass Roger Zieger auch immer wieder mal neue Impulse in die HTBU bringt, denn das Ballspiel mit dem Rauf- und Runterzählen der Ballwürfe innerhalb der eigenen Mannschaft und dem Neustart der Zählung bei Ballverlust war schon recht anspruchsvoll, hat aber für Entspannung und viel Spaß gesorgt. Einrollen und Sabaki-Übungen folgten. Dann leitete Markus mit einem Ude-osae (Tenkan) das Thema ein. Der Aha-Effekt trat ein, als er seinen faltbaren Ausleuchter-Spiegel auspackte und mit der schwarzen Rückseite nach oben an die Stelle legte, wo "das Loch" hingehörte, in das Uke geführt werden musste.

"Was mit einem Loch geht, das geht auch mit zwei Löchern." begann Markus, als er den Irimi-nage (Tenkan) erklärte. Er erzählte nicht einfach nur Geschichten. Wenn etwas im Kopf hängen bleiben soll, muss es über möglichst viele Eingangskanäle in den Kopf. Sehen, Hören, Fühlen, selbst Ausführen... Mit dem Konzept konnte er sicher sein, dass, auch wenn nicht gleich jeder die Techniken hinbekommen würde, die Idee sich verselbstständigt und mit nach Hause genommen würde.

Agnes mit ihren kurzen, knackigen auf den Punkt gebrachten Erläuterungen beeindruckt nicht nur durch ihr äußere Erscheinung. Schon beim Thema "David und Goliath" hatte sie neben dem gefühlt 3 Köpfe größeren Markus eine gute Figur gemacht. Ihre Erklärung zum Kote-Mawashi hätte man vielleicht ausführlich mit "Achtet darauf, dass der Arm in die Form eines Z gebracht wird. Dann ist die Technik am wirksamsten." umschreiben können, das klang dann sinngemäß etwa so: "Hier, Ecke, Ecke, höflich sein. Probierts mal aus!" Dabei glaubt ich, ein Schmunzeln auf ihrem Gesicht zu entdecken.

Der Lehrgang konnte für die Teilnehmer als Schnelldurchlauf durch Techniken wie Shiho-nage, Irimi-nage, Kaiten-nage, Kokyo-nage, Tenchi-nage, Ude-Osae, Kote-mawashi und Kote-Hineri erscheinen, aber mit Sicherheit ist ihnen klar geworden, dass die Grundtechniken aus Sabaki (Bewegungen), abgesenktem Zentrum, Gleichgewichtsbrechung und einem je nach Position zum Partner und Lage der Hände (Tegatana-Einsatz) in irgend einer Technik benannten Abwurfart bestanden.

Interessant fand ich persönlich die Idee, Sven mal einen Knochen (in Form einer Mini-Hantel) in den Mund zu geben, an dem ein Seil befestigt war, und an dessen anderem Ende eine weitere kleine Hantel auf die Auslenkung bei der Gleichgewichtsbrechung wartete. Klar, beim Rollen machte diese Konstruktion Probleme und wurde schnell durch einen gelben Gürtel ersetzt. Das Prinzip, den Partner auf einem Bein festzustellen und ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, wurde sichtbar.

Als ich mich gegen 15:30 Uhr nach dem Abgrüßen bei Agnes und Markus bedankte, kam das von Herzen. Beide Trainer sind mit Spaß bei der Sache und bemühen sich um nachhaltige Erkenntnisweitergaben.

Danken möchte ich auch den Betreibern des BSV-Treffs, denn offenbar haben sich alle mit den angebotenen Speisen gut bewirtet gefühlt. Was mich betrifft, ich freue mich auf eine weitere Einheit mit Agnes und Markus.

[1] Ein Bericht von Agnes zu diesem Lehrgang auf der Website des AVHH
[2] Weitere Bilder zum Lehrgang gibt es in unserer Galerie.
[3] Einen Teilnehmerbericht von Tina gibt es wie immer im Rosa Hakama

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(27.03.12 - A.K.)
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